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Rodelspiel, Berlin, 19. Jh.
Es schneit!
Seht doch, wie die Flocken
wirbeln.
Wie sie
durcheinander zwirbeln! Seht, wie sie in einem Nu Alles, alles
decken zu. ... Bis das ganze weite Land Plötzlich steht im
Schneegewand.
(Nach einem Gedicht von C. Lechler in "O
schöne, herrliche Weihnachtszeit!", Nürnberg o. J. [um
1920])
Welches "Wintermärchen" lässt nicht solche
Bilder vor unseren Augen entstehen: Schneemann, Rodelbahn,
knirschender Schnee und knisternde Kaminfeuer.
Das Wort "Winter" stammt aus dem
Althochdeutschen und bedeutet "feucht", oder besser gesagt "feuchte
Jahreszeit". Und wie der Name schon sagt, assoziiert man diese
Jahreszeit schnell mit dunklen Nächten, Autochaos, "Vorsicht:
Rutschgefahr!", Heizperiode und kalten Füßen.
Vor allem in der Zeit des Spätherbstes, wenn
dieser in den Winter übergeht, treiben Regen und Kälte so manchen
vom "Ausgange bald wieder nach Hause", wie es Marie Leske in ihrem
"Spielbuch für Mädchen" von 1895 beschreibt. Welches Entzücken lösen
da dann die ersten weißen Schneeflocken aus, die Jung und Alt
ungeduldig darauf warten lassen, allerlei Sportgerät, wie Ski,
Schlitten oder Eislaufschuhe, hervorzukramen und sich in die erste
Schneeballschlacht zu stürzen. Bald haben Schneemänner und -frauen
Hochsaison, und der Übermut aus Kindertagen lässt manchen auf
spielerische Art gegen Eis und Schnee trotzen
Die erfreulichen Seiten des Winters sind Thema
der Ausstellung "Winterszeit - Spielzeug für Drinnen und Draußen".
Aus der Spielzeugsammlung des SMCA werden u. a. Gesellschaftsspiele,
die das Motiv des Winters widerspiegeln, und Bücher, die mit
Wintergeschichten zum Lesen vor dem Kamin einladen, gezeigt. Puppen
zeigen Modisches von Einst und Jetzt für die kalte Jahreszeit. Zu
ihnen gesellen sich Tiere, vorwiegend aus der weltberühmten
Produktion der Margarete Steiff, die sich vor dem Winter verstecken,
aber auch solche, die Schnee und Eis trotzen und sich am Nord- oder
Südpol heimisch fühlen.
Lockt der Winter ins Freie, so laden allerlei
Sport- und Freizeitgeräte zum Vergnügen in der weißen Pracht.
Kostbarkeiten, wie ein in Schwanenform gefertigter Kinderschlitten,
oder Kurioses, wie eine in Fell gehüllte Automatenpuppe, erwarten
die Besucher, die in der Ausstellung zu einer rasanten
Rodelwettfahrt und einer virtuellen Schneeballschlacht herzlich
eingeladen sind.
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Knecht
Ruprecht-Puppe, Deutschland, 19.
Jh.

Kinderschlitten, Ende 19.
Jh.
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