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Eltern: Georg Paul Rendl,
Bahnbeamter und Antonia Kleinheinz, beide aus
Tirol.
Geschwister: Ludwig, Dr. phil., Hofrat, Landesregierung
Salzburg (kinderlos)
Hans, Schlosser, Stahlbaufabrikant,
Kommerzialrat (kinderlos, adoptiert später Schwester Antonias Sohn Eduard
("Ofenrendl").
Antonia, verheiratet mit Angelus Eduard Waagner von
Waagström, Ingenieur-Offizier. Söhne: Wolfgang und Eduard. Antonia später
geschieden und in zweiter Ehe verheiratet mit Franz Kolar.
Georg,
als jüngstes Kind geboren am 1. Februar 1903 in Zell am
See.
1904 Umzug der Eltern nach Salzburg. Vater Rendl
Gebäudemeister bei der Bahn, Hausbau in Itzling nahe dem Lokalbahnhof.
Vater Rendl beginnt mit der Bienenzucht. Sohn Georg ist von Kindesbeinen
an vertraut mit der Imkerei.
1910-1920 Besuch von Volksschule
und Realschule in Salzburg. Rendl ist begeisterter Wandervogel. Er fühlt
sich früh zum Dichter berufen und schon in der Realschulzeit schreibt er
zahlreiche Theaterstücke und Gedichte. 1918 stellt ihm der Vater einen
ausgedienten Waggon der Lokalbahn als "Dichterbude" in den Garten des
Itzlinger Hauses. Im "Waggon" veranstaltet Rendl Lese- und
Diskussionsabende mit seinen Freunden. Man gibt eine eigene
Kulturzeitschrift heraus, "Der blaue Foehn". Einige lebenslange
Freundschaften Rendls haben ihren Ursprung im "Waggon" (z.B. mit Josef
Kaut, später Landesrat und Präsident der Salzburger Festspiele, Erich
Schenk, später Universitätsprofessor für Musikwissenschaften in Wien,
Richard Tomaselli, später sehr bekannter Schauspieler, Heinrich Pflanzl,
Opernsänger in Breslau, Dresden und Berlin, Wilhelm Kaufmann, später
akademischer Maler).
1920-1924 1920, zwei Jahre vor der Matura,
gibt Rendl die Schule auf. Sein Vater betraut ihn mit der Verwaltung der
Bienenfarm, die er inzwischen in Bürmoos eingerichtet hat. Rendl bleibt
nun, mit Unterbrechungen, bis 1928 Angestellter seines Vaters in der
Bienenzucht. 1921 und 1922 Reisen zu Imkerkollegen des Vaters nach Kärnten
und nach Norddeutschland. 1924 Bruch mit dem Vater. Rendl verlässt die
Farm, um sich als "freier Schriftsteller" zu verwirklichen. Der Versuch
scheitert. Er arbeitet kürzere Perioden als Hilfsarbeiter bei einem
Kraftwerksbau bei Faistenau, in der Ziegelei in Bürmoos und in der
Tafelglasfabrik Stiassny in Attnang-Puchheim. Im Herbst wieder Verwalter
der Bienenfarm in Bürmoos.
1925-1928 Im Mai 1925 Prüfung als
Imker und Wanderlehrer der Bienenzucht. Anschließend zwei Mal längere
Reisen nach Slowenien. Von Herbst 1925 bis Sommer 1926 Bienenpflege und
schriftstellerische Arbeit auf der dritten Bienenfarm des Vaters in
Scharfling am Mondsee. 1926-1928 hauptsächlich Imker. 1927 erscheint
Rendls Publikation über die Milbenseuche bei den Bienen. 1928 wendet er
sich wieder stärker der Schriftstellerei zu. Neue Freundschaften mit
Künstlern und Kunstliebhabern (u.a. mit dem Maler Josef Schulz und dem
Dichter Richard Billinger; Bekanntschaft mit Stefan Zweig; Unterstützung
durch den Kunstmäzen Alois Grasmayr). Billinger vermittelt Kontakte zu
Verlagen und Radiosendern in Deutschland, Frau Zweig zu Münchener
Verlagen. Dezember 1928 Bankrott des Vaters. Das Haus in Itzling wird
versteigert. Die Farm in Bürmoos geht an Tochter Antonia. Die Eltern
siedeln dahin über.
1929-1934 Im Februar 1929 Bekanntschaft mit
Bertha Funke, Tochter des Salzburger Notars Viktor Funke, die später seine
Frau wird. Mit ihr Reise nach Italien und Frankreich. Das Jahr 1929 ist
eines der literarisch produktivsten in Rendls Leben. Er sendet das
Manuskript von "Vor den Fenstern" an den Insel-Verlag, welcher den Roman
annimmt und Rendl einen monatlichen Vorschuss gewährt. Anfang 1930 mietet
das Paar eine Wohnung in Leopoldskron. Rendls "Bienenroman" (1931 im
Insel-Verlag) markiert seinen Duchbruch als Dichter. In rascher Folge
erscheinen die Romane "Vor den Fenstern" und "Darum lob ich den Sommer"
(beide 1932 bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart), "Satan auf
Erden" und "Der Berufene" (beide 1934 bei Pustet, Salzburg). Daneben
verfasst er eine große Anzahl Kurzgeschichten und religiöse Laienspiele
und unternimmt in den Jahren 1930 bis 1933 ausgedehnte Lesereisen im
deutschen Sprachraum.
1934-1938 An seinem Geburtstag, dem 1.
Februar 1934, heiraten Georg Rendl und Bertha Funke in Salzburg. Im selben
Jahr ziehen sie nach Bürmoos. Rendl hat Pläne, die Farm zu übernehmen und
sich dort anzusiedeln. Aus den Plänen wird jedoch nichts. 1937 zieht das
Ehepaar zurück nach Leopoldskron und 1938 schließlich nach St. Georgen, wo
man im alten Brechelbad des Pfarrhofs in der Salzach-Au eine angemessene
Bleibe findet. Rendl wendet sich nun stärker dem Theater zu. 1935 wird
seine "Passion" an der Wiener Urania uraufgeführt, 1937 am Wiener
Volkstheater seine "Elisabeth, Kaiserin von Österreich". 1937 vollendet
Rendl auch sein vielleicht wichtigstes Werk, die Trilogie "Die Glasbläser
von Bürmoos" (1937 bei Pustet, Salzburg).
1938-1945 Mit
Übersetzungen und Neuauflagen seiner Erfolgsromane, Abdruck seiner
Kurzgeschichten in zahlreichen Zeitungen und Journalen, Aufführungen
seiner Stücke und Radiosendungen ist Rendl bis Ende der dreißiger Jahre
gut im Geschäft. Bis 1940 erscheinen neben Kurzgeschichten und kleineren
Theaterspielen auch noch weitere Romane: "Ein fröhlicher Mensch" (1939 bei
Alber, Freiburg i.Br.), "Der Eroberer Franz Xaver" (1940 bei
Herder-Verlag, Freiburg i.Br.), "Die Reise zur Mutter" (1940
Buchgemeinschaft Bonn). 1939 bekommt Rendl Schwierigkeiten mit den
neuen Machthabern. Nach einer Denunziation von Wirtshaussprüchen folgen
Hausdurchsuchung und Verhör durch die Gestapo, Ende 1940 Anzeige wegen
staatsfeindlicher Äußerungen und Vorladung an das Sondergericht in
Salzburg. Nach Einberufung Rendls zur Wehrmacht Anfang 1941 wird die
Anklage mit einer Warnung fallen gelassen. Seine militärische Laufbahn
beginnt in einem Ausbildungslager bei Klagenfurt. Im Februar 1941 wird die
Einheit nach Lienz verlegt. Rendls Versuche, als Schriftsteller
freigestellt zu werden, bleiben fruchtlos, aber er wird an die
Kulturabteilung des Stellvertetenden Generalkommandos in Salzburg
versetzt. Dort wirkt er als Mitarbeiter an militärischer
Erbauungsliteratur. Im Herbst 1942 wird er an die Gebirgssanitätsschule
in St. Johann in Tirol versetzt. Er arbeitet in der Schreibstube, betreut
die Bücherei und organisiert Kulturabende für die Kameraden. Anfang 1945
muss er die Schule verlassen und die administrative Leitung eines
Reservelazaretts in Kitzbühel übernehmen. Ende April 1945 gelingt es ihm,
sich von dort abzusetzen. Er schlägt sich nach Oberndorf durch und wartet
den Einmarsch der Amerikaner ab, der wenige Tage später
erfolgt.
1945-1951 Rendl sucht die jüngste Vergangenheit
literarisch aufzuarbeiten ("Albtraumspiel") und sich mit programmatischen
Aufsätzen am moralischen Wiederaufbau des Landes zu beteiligen. Am 8. Juli
1947 erhält er eine Ehrenurkunde des Bundes Demokratischer
Freiheitskämpfer für seine Verdienste um die Freiheit und Unabhängigkeit
Österreichs. Eine Neuauflage des "Bienenromans" erscheint 1946. 1948
erscheinen sein Roman "Ich suche die Freude" und der Gedichtband
"Gedichte" (beide beim Festungsverlag, Salzburg). Im selben Jahr wird sein
Drama "Paracelsus" am Landestheater in Salzburg uraufgeführt. Der
Schwerpunkt seiner Arbeit verschiebt sich fast ganz auf das Theater. 1949
Ehrung mit der Silbernen Medaille der Stadt
Salzburg.
1951-1966 1951 wird Georg Rendl vom Bundespräsidenten
der Professoren-Titel verliehen. In der Folge erscheinen noch einige
Romane, darunter "Haus in Gottes Hand" (1951 bei Kremayr & Scheriau,
Wien), vor allem aber Dramen, Laienspiele und Hörspiele, meist mit
religiösem Bezug (u.a. "Vinzenz von Paul" 1951, "Bleiben Sie bei uns
Vianney" 1955, "Savonarola" 1957, "Das Herz zum Pfand", Kolping ist hier
der Held, 1963). Bei österreichischen Rundfunksendern ist Rendl
regelmäßiger Mitarbeiter. Sein "Ehebuch" wird von 1957 bis Anfang der
sechziger Jahre von vielen Pfarren als Hochzeitgeschenk für junge
Brautpaare gekauft. Zu seinem sechzigsten Geburtstag arrangieren Freunde
einen Festband: "Das sind die Gedichte" (1963 beim
Festungsverlag) Großen Erfolg haben in diesen Jahren Rendls
Imkereiprodukte "Ambrosia" (Gelee Royale) und sein eigenes
Gesundheitsprodukt "Georgika" (eine Mischung aus Honig und
Pollen).
1966-1972 Schon seit Schulzeiten hatte Rendl nicht nur
gedichtet, sondern auch gemalt. Viel gemalt hat er auch während seiner
Militärzeit. Zu seinen Malerfreunden gehörten neben Josef Schulz und
Wilhelm Kaufmann u.a. auch Albert Birkle in Salzburg, Elsa Czank in Wien,
Georg Philipp Wörlen in Passau. Anfang der sechziger Jahre intensivierte
er die Malerei und schuf eine große Anzahl von Ölgemälden. 1966 tritt er
mit einer Ausstellung im Mirabell-Casino in Salzburg zum ersten Mal mit
seiner Malerei an die Öffentlichkeit. Im Sommer 1966 trifft ihn ein
Schlaganfall. Mit großer Anstrengung findet er zurück ins Leben. Sein
Geist gewinnt seine Klarheit zurück, aber Rendl behält Schreib- und
Sprechschwierigkeiten. Er beginnt auch wieder zu malen, jetzt vor allem
Hinterglasbilder von Kirchen und Heiligen. Zum Dank für eine Genesung
erbaut er bei seinem Hause eigenhändig eine Kapelle, die er dem Heiligen
Franziskus weiht und mit Wandmalereien schmückt (1967/68). 1969 stirbt
seine Frau Bertha. Mit Hilfe von Freunden versucht Rendl noch einmal einen
Neuanfang. Er plant eine Gesamtausgabe seiner Werke und einen letzten
großen Roman über sein Leben, "Der Bettler". Er kann seine Pläne nicht
mehr verwirklichen. Am 10. Jänner 1972 stirbt er allein in seinem Haus in
St. Georgen und wird am dortigen Friedhof
bestattet.
Univ.-Prof. Dr. Arnold Nauwerck
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 Selbstporträt mit
rechter Hand, 1968. Öl auf Holzfaserplatte, 75,5 x 59,3 cm, Gemeinde
St. Georgen
 Sonnenblumen in
grüner Vase, 1969. Öl auf Leinwand, 65 x 55 cm, Privatbesitz
 Stillleben mit
Blumen und Früchten, 1932. Öl auf Leinwand, 60 x 42 cm,
Privatbesitz
 Quittenbaum, 1968.
Öl auf Holzfaserplatte, 83,5 x 60 cm, Land Salzburg
 Flusslandschaft mit
Staufen, 1965. Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, Stadt Salzburg
 Kühe in
Untereching, 1971. Öl auf Leinwand, 60 x 70
cm, Gemeinde St. Georgen
 Magische
Gebirgslandschaft I, 1967. Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm, Gemeinde
St. Georgen
 Magische
Gebirgslandschaft II, 1967. Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm, Gemeinde
St. Georgen
 Magische
Gebirgslandschaft III, 1967. Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm, Gemeinde
St.
Georgen
 Stockrosen auf
Blau, 1971. Öl auf Holzfaserplatte, 70 x 60 cm, Gemeinde St.
Georgen
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