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| Michael P. Smith
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Vor dem Sturm – The Soul of New Orleans
Die Ausstellung
zeigt 40 ausgewählte Fotografien von Michael P. Smith aus den
Jahren 1969 bis 1991, der Zeit also, bevor der Hurrikan
„Katrina“ nicht nur die Gebäude der Stadt New Orleans, sondern
auch ihre über Jahrhunderte gewachsene Kultur weitgehend
zerstörte. Diese Kultur, deren berühmtester Ausleger die Musik
des Jazz und des Rhythm ’n’ Blues ist, war im Wesentlichen von
afroamerikanischen und kreolischen Einflüssen bestimmt
und reichte tief in den Alltag und die sozialen Beziehungen
der schwarzen Bevölkerung.
Die realistischen
Fotografien Smiths, der Zugang zu vielen Ereignissen hatte,
die Nichteingeweihten sonst verschlossen sind, zeigen diese
Lebenskultur in einer Vielzahl an Facetten. Durch die
katastrophalen Auswirkungen von „Katrina“ im August 2005 haben
diese Bilder einen melancholischen Charakter angenommen, der
sich mit der Hoffnung verbindet, dass es in einem neu
aufgebauten New Orleans wieder zum Wachsen der weltweit
einzigartigen „Seele“ dieser Stadt
kommt.
Anlässlich der Ausstellung erscheint ein
Begleitband mit 30 Fotografien von Smith und Beiträgen von:
Prof. Dr. Günter Bischof
Vorsitzender des
Instituts für Geschichte und Direktor des Center Austria an
der University of New Orleans.
Prof. Dr. Reinhold
Wagnleitner
Außerordentlicher
Universitätsprofessor für Allgemeine Geschichte der Neuzeit an
der Universität Salzburg.
Prof. Dr. Berndt Ostendorf
ist emeritierter
Professor der nordamerikanischen Kulturgeschichte an der
Universität München.
Uschi Koethe
ist Amerikanistin
und engagierte Amateurfotografin. Sie lebt in
München.
Verkaufspreis:
EUR 9,90
Soul of New Orleans, 1978
Michael P.
Smith
Michael P. Smith
ist gebürtiger New Orleanser (geb. 1937) und vielfach
ausgezeichneter freiberuflicher Fotograf. Seine Hauptaugenmerk
in fast 40 Jahren galt der Musik, der Kultur und dem
Alltagsleben in New Orleans und Louisiana. Er ist bekannt
für seine Dokumentationen der New Orleans Social Club-Paraden
und der Jazzfunerals, der Mardi Gras-Traditionen, der
Spiritual Churches-Zeremonien und von vielen der berühmten
Jazz-, Blues-, Rhythm ’n’ Blues- und Gospel-Musiker aus Stadt
und Land. Smith fotografierte bei jedem der New Orleans Jazz
&?Heritage Festivals
seit ihren Anfängen im Jahr 1970 bis zu seinem Ruhestand 2004,
als er mit einer größeren Ausstellung bei der Haupttribüne und
mit Foto-Kiosks, die auf dem Festivalgelände verteilt waren,
geehrt wurde.
Smiths Arbeiten
wurden gezeigt im Museum of American History (Smithsonian
Institute), im International Center for Photography in New
York und der LeRoy Gallery der Columbia University, wie auch
in vielen anderen Museen, Galerien und anlässlich von
Jazz-Festivals in America und Europa. Eine größere
Retrospektive seines Werks wurde 1999 im Contemporary Arts
Center in New Orleans präsentiert.
Smiths Fotografien
finden sich in den ständigen Sammlungen der Bibliothèque
National in Paris, dem Metropolitan Museum of Art, dem
Smithsonian Institute und, lokal bedeutsam, in der Historic
New Oreans Collection, dem New Orleans Museum of Art, dem
Ogden Museum of Art und dem Louisiana State
Museum.
Michael P. Smiths
Fotografien zieren die Covers vieler CDs und Schallplatten,
illustrieren zahlreiche Bücher und Zeitschriftenartikel, die
in Amerika wie in Europa veröffentlicht wurden. Sie sind
Gegenstand laufender Nachfragen für Dokumentarfilme, die
im In und Ausland produziert werden. Smith erhielt zwei
Fotografie-Stipendien vom National Endowment for the Arts
(Nationale Kunststiftung) zu einem frühen Zeitpunkt seiner
Laufbahn, und seine Drucke tourten weltweit durch die
Vermittlung der United States Information Agency (USIA) und
des Louisiana State Museum. Er war mehr als 20 Jahre lang
professioneller lokaler Auftragsfotograf für Black Star, die
bekannte New Yorker Buchungsagentur. Zu drei Themen hat er in
Kuba fotografiert:?Zur Dokumentation
der Arbeiter, der Straßenmusik und der
Volksfrömmigkeit.
Smiths
Werk ist repräsentiert in fünf Foto-Büchern: „Spirit World:
Pattern in the Expressive Folk Culture of African American New
Orleans“, „A Joyful Noise: A Celebration of New Orleans
Music“, „New Orleans Jazz Fest: A Pictorial History“, „Jazz
Fest Memories“ and „Mardi Gras Indians“. Letzteres ist
eine visuelle und soziologische Geschichte der einmaligen noch
lebendigen Masken- und Musiktraditionen in New Orleans älteren
schwarzen Nachbarschaften.
In
den letzten Jahren wurde Mike Smith mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet:?2002
erhielt er den Lifetime Achievement Award vom Louisiana
Endowment for the Humanities und wurde vom Offbeat magazine
als „Music Photographer of the Year“ bezeichnet. 2004 wurde
ihm der Mayor’s Arts Award vom Kunstbeirat New Orleans’
verliehen und 2005 erhielt er den Clarence John Laughlin
Lifetime Achievement Award von der New Orleans/Gulf
South chapter der American Society of Media Photographers
(ASMP). Im selben Jahr wurde ihm der Delgado Society Award des
New Orleans Museum of Art zuerkannt, das erste Mal, dass
ein Fotograf mit diesem Preis geehrt wurde.
„Die Kamera bedeutet eine Erweiterung
meiner Kenntnisse von der inneren Wirkungsweise der
menschlichen Gemeinschaft, die zu verstehen ich unternommen
habe in einem Zeitraum von mehr als 20 Jahren. Es ist meine
Kunst, mein subjektiver Blick auf die Welt, wie ich sie
erlebe“. (Michael
P. Smith, 1993)
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