|
Dreiteiliges
Leinenkostüm, 1912/14. SMCA, Inv.-Nr. K 1548/49 Leinen mit reicher
Stickerei
Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs
trug die Dame neben der aus Paris diktierten Haute Couture ein
strenges Kostüm oder Jackenkleid mit langem schmalem Rock und
schenkellanger Jacke, den unpraktischen und deshalb kurzlebigen
"Humpelrock", aber auch damenhaft elegante Kleider, die mit
Taillenschärpe und Dekolleté die weibliche Linie zu betonen wussten.
Die überdimensionalen Wagenrad-Hüte waren reich mit Federn und
Blumen geschmückt.
Nach dem Ersten Weltkrieg mussten zahlreiche Frauen "ihren Mann stehen". Die Tragbarkeit der langen Hose bereitete sich langsam vor. Im Kontrast dazu kam die sogenannte "Kriegskrinoline" auf, die mit Schoßjacke getragen wurde und wadenlang auch Schnürstiefel zeigte. Gerade, elegante Alltagskleidung löste ihn gegen Ende dieses Jahrzehnts wieder ab.
Die Mode, die Paris und deutsche Modezentren vorgaben, unterschied zwischen exklusiven Abendroben und bequemer Tageskleidung.
In jener Zeit kreierte Coco Chanel ihr schlichtes Kostüm, dessen Jacke sich an jener der französischen Marinesoldaten orientierte und bis heute ein Klassiker ist.
|